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Steinerne Erinnerung ans Dorfjubiläum

Gedenkstein zur 1125-Jahr-Feier Oberschopfheims

Friesenheim-Oberschopfheim (lcc). Am Samstag wurde ein Gedenkstein anlässlich der 1250-Jahr-Feier Oberschopfheims der Bevölkerung übergeben. Im Rahmen eines kleinen Hocks wurde er auf dem Rathausplatz von Ortsvorsteher Michael Jäckle und seinem Vorgänger Willi Ehret enthüllt. Bei Baggerarbeiten im Wald wurde der Zwei-Tonnen-Buntsandstein aufgespürt. »Das wäre doch genau das Richtige für euch«, meinte damals Förster Christian Junele. Das sahen auch die Verantwortlichen im Förderverein »1250 Jahre Oberschopfheim« so und beauftragten Steinmetz Marco Gehring aus Lahr mit der Gestaltung des Steins. Über 60 Stunden benötigten er und seine Mitarbeiter für dessen Ausgestaltung. Über das Festwochenende konnten die Besucher im Themenhof der Kolpingsfamilie Friesenheim dem Steinmetz sogar bei der Arbeit über die Schulter schauen. Auch das Südwest-Fernsehen interessierte sich dafür, sodass gestern Abend die Arbeiten am Stein in einer halbstündigen Sendung zum Festwochenende entsprechend in Szene gesetzt wurden. Auch ein Geologe wurde um seine Expertise zum Stein bemüht. Fakt ist: Der Stein stammt aus der frühen Trias-Zeit, ist also rund 245 Millionen Jahre alt. Vermutlich ist der Stein durch Erosion, also Erdrutsche, nach und nach zu Tage gefördert worden – den Rest erledigte der Bagger. Egal wie, jetzt steht er auf dem Rathausplatz, versehen mit den Oberschopfheimer Symbolen – Reben, Weintrauben, Wald und der Silhouette der Leutkirche, und bilde so eine »schöne, bleibende Erinnerung« an das Jubiläumsjahr, sagte Willi Ehret, Vorsitzender des Historischen Vereins Oberschopfheim. Dazu wurde auch die »Oberschopfheimer Hymne« angestimmt, musikalisch begleitet von den Gitarrenfreunden Oberschopfheim, die auch für die musikalische Umrahmung des »Enthüllungs-Hocks« sorgten. Und wer es lange auf dem Rathausplatz aushielt, der konnte den Stein auch noch angestrahlt bewundern.

 

Oberschopfheim würdigt mutige Bürger

Im Rahmen des Oberschopfheimer Ortsjubiläums wurde des tapferen Pfarrers Hermann Hirt gedacht


Oberschopfheim würdigt im Jubiläumsjahr seinen ehemaligen Pfarrer Hermann Hirt und Bürger, die ungeheuren Mut und Tapferkeit in der schweren Zeit des Nationalsozialismus bewiesen haben. Am Montag wurde eine entsprechende Gedenktafel an der Kirchenmauer angebracht.

Friesenheim-Oberschopfheim. »Das gab es noch nie in Oberschopfheim«, sagte der frühere Ortsvorsteher und heutige Vorsitzende des Historischen Vereins Oberschopfheim, Willi Ehret, am Montag auf dem Kirchplatz in Oberschopfheim. Doch kaum hatte er das ausgesprochen, musste er zusammen mit Ortsvorsteher Michael Jäckle, Pfarrer Steffen Jelic, dem Ehrengast Walter Rinderle aus den USA sowie zahlreichen Gästen in die Sankt-Leodegar-Kirche »flüchten« – es begann kräftig zu regnen. Alle waren nämlich zusammengekommen, um erstmals in Oberschopfheim eine Gedenktafel zu enthüllen.

Die Initiative, eine Gedenktafel zur Würdigung des früheren Oberschopfheimer Pfarrers Hermann Hirt erstellen zu lassen, war von dem Gast aus den Staaten gekommen; in Kooperationen mit dem Historischen Verein Oberschopfheim wurde die Idee letztlich umgesetzt.

»Es freut mich sehr, dass ich zur 1250-Jahr-Feier hier in Oberschopfheim sein kann. Es ist eine große Ehre für mich«, so der Stifter der Tafel, dessen Vater übrigens aus Kürzell stammte. Heute ist Rinderle Professor an der Universität Notre Dame im amerikanischen Indiana. Mit der Einweihung der Gedenktafel an der Kirchenmauer würden zwei markante Zeichen für Humanität gesetzt. Erstens sei es zur Ehre von Pfarrer Hermann Hirt, zum anderen zur Ehre der Bevölkerung, die mit viel Mut den Pfarrer vor den Nationalsozialisten geschützt hat. »Doktor Hirt war einer der beliebtesten Pfarrer in der Geschichte Oberschopfheims. Er hatte Charisma und bewies Mut, weil er die Menschen und das Wort Gottes liebte«, sagte Rinderle.

Mit seiner Zwangsversetzung nach Oberschopfheim wollten damals die Nazis den Redakteur der katholischen Zeitung Donaubote mundtot machen. Der Pfarrer blieb jedoch nicht still und ließ sich keinen Maulkorb aufsetzen. Ebenso hat er den Hitler-Gruß prinzipiell verweigert. »Alles, was er getan hat, war streng verboten«, so Rinderle.

Alle hielten zusammen

Viele Priester seien damals ins Konzentrationslager verbracht worden, seien getötet worden. Auch Hirt sollte getötet werden. »Zweimal hat es deshalb im Dorf Oberschopfheim fast einen Krieg gegeben«, berichtete Rinderle weiter. Die Dorfleute seien zusammengestanden und hätten den Machthabern aus Lahr sowie der Gestapo aus Karlsruhe zugerufen: »Wenn Sie nochmals versuchen unseren Pfarrer in Haft zu nehmen, wird kein Nazi das Dorf lebendig verlassen!«

Tags darauf habe die Gestapo gedroht, nach Kriegsende zurückzukommen und Pfarrer Hirt am Kirchturm aufzuhängen. »Das Dorf werden sie kaputtschlagen, haben sie gesagt«, erinnerte sich Rinderle. Doch glücklicherweise sei das ja nicht passiert.

Nach den Berichten des Gastes aus den USA war es dann auch draußen wieder trocken geworden, die Enthüllung des Gedenksteins konnte ohne Nass von oben vollzogen werden. Zuvor hatte Ortsvorsteher Michael Jäckle noch einmal den Text der Inschrift vorgetragen und allen Beteiligten, insbesondere Walter Rinderle und Willi Ehret, für ihr Engagement dankt.

 

"Es war stressig aber schön"

Positive Bilanz nach dem Oberschopfheimer Festwochenende.

FRIESENHEIM-OBERSCHOPFHEIM. Das Festwochenende zur 1250-Jahr-Feier von Oberschopfheim ist vorüber. Die BZ hat Veranstalter und Behörden nach ihrem Fazit gefragt.

7500 zahlende Gäste hatten am Sonntag den großen Festumzug gesäumt, hinzu kamen die knapp 1500 Umzugsteilnehmer in 53 Gruppen – und sicher einige Hundert Besucher, die ohne Zählung über die Eintrittsgebühr zum Umzug gelangt waren. Für Samstag gehen die Veranstalter von 3000 bis 5000 Besuchern aus.

Oberschopfheims Ortsvorsteher Michael Jäckle fehlt am Tag danach ein wenig die Stimme. Mit seiner Begeisterung über den Verlauf des Festwochenendes hält er dennoch nicht hinterm Berg: "Es war grandios. Mir haben sogar Bürger zum Fest gratuliert." Jäckle scheut auch den Superlativ nicht: "So eine Feier hat Oberschopfheim noch nie erlebt und das wird wohl noch eine Weile der Maßstab bleiben." Vor allem sei er über die Zusammenarbeit mit den Vereinen froh: "Das war vorbildlich und macht mich stolz." Er glaube, die Besucher haben das gute Miteinander der Oberschopfheimer gespürt.

Natürlich hat dem Dorf auch das Wetter geholfen. An beiden Tagen gab es keinen Regen, die Temperaturen waren nach einem tropischen Wochenstart wieder auf ein angenehmes Maß gesunken. "Oberschopfheim hat eben einen guten Draht zum Wettergott", so Jäckle schmunzelnd. Er lobt auch die Unterstützung seitens der Gemeindeverwaltung Friesenheim mit Bauamt und Bauhof.

Auch finanziell steht der Förderverein nach dem Festwochenende gut da. Es werde am Ende des Festjahres vermutlich noch etwas in der Kasse übrig sein, so Jäckle. Das gehe dann an Vereine – und an die Pfarrgemeinde, die für das Jubiläumstheaterstück im Oktober den Pfarrsaal zur Verfügung stellt. Diese Spende solle auch in die Sanierung der Leutkirche fließen.

Die Absicherung der Festumzugs am Wochenende hatten die Feuerwehren von Friesenheim übernommen. Auch die Feuerwehr Niederschopfheim hatte geholfen. "Wir waren mit 45 Mann im Einsatz", sagt Abteilungsleiter Mathias Holzenthaler. Das DRK war mit Rettungswagen vor Ort. Holzenthaler freut sich, dass das Wochenende friedlich verlaufen ist: "Es gab keine Einsätze unsererseits, alles war ruhig. Wir hatten aber nicht so viele Besucher erwartet." Da habe er die Arbeit wohl etwas unterschätzt. Holzenthaler: "Es war stressig aber schön."

Auch seitens der Polizei zeigt man sich zufrieden. Es habe nur einen Fall von Verkehrsbehinderung gegeben und ein Besucher habe einen Kreislaufkollaps erlitten, berichtet Polizeisprecher Siegmund Trahasch. "Es gab keine Schlägereien. Das Fest verlief aus Polizeisicht so, wie man es sich wünscht."

 

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